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Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz e.V.

Mit Andrea Berg im Ohr aus Koma. Marina van Asch ist eine Frau mit fester Stimme, voller Tatendrang und Energie. Wer sich mit ihr unterhält, kann nur schwer glauben, dass sie bereits seit Jahren gegen den Krebs in ihrem Körper kämpft. Doch Jammern oder Selbstmitleid kennt das VdK-Mitglied aus Trier nicht. Stattdessen setzt sie sich für Menschen ein, denen es noch schlechter geht als ihr.

Marina van Asch mit Schlagersängerin Andrea Berg. | © Privat/van AschMarina van Asch mit Schlagersängerin Andrea Berg. | © Privat/van Asch

Eigentlich ist Schlagersängerin Andrea Berg schuld daran, dass sich Marina van Asch für kranke Menschen – insbesondere Kinder – engagiert. Wer verstehen möchte, was eine der bekanntesten deutschen Schlagersängerinnen mit dem sozialen Engagement der 68-jährigen van Asch zu tun hat, der muss sich ihre Geschichte von Anfang an erzählen lassen.

„Meine Krebserkrankung wurde durch einen Hepatitis-Virus in einer Bluttransfusion ausgelöst. Die Diag­nose lautete Lungenkrebs. Nach fünf Jahren wurde Leukämie festgestellt“, fasst van Asch ganz nüchtern den Beginn ihres Krebsleidens in den 1980er-Jahren zusammen. Die gelernte Industriekauffrau wurde aufgrund ihrer Krebserkrankung – und weil sie seit einem Autounfall ab dem Knie ein steifes Bein hat – früh verrentet.

Es folgten Bestrahlung und Chemotherapie. Schließlich kam nur noch eine Knochenmarktransplantation in Frage. „Weil ich adoptiert bin und meine Eltern nicht kenne, fand sich kein geeigneter Spender. So war eine Eigenspende meine einzige Option“, schildert van Asch ihren Krankheitsverlauf. „Eigenspenden waren damals aber in Deutschland noch nicht möglich. Deshalb entschloss ich mich, zur Behandlung nach Houston in Texas zu fliegen.“ Dort fiel sie dann jedoch während der Knochenmark­transplantation in ein sechsmonatiges Koma.

„Als ich aufwachte, konnte ich nichts mehr. Ich war wie ein Baby“, erinnert sie sich heute noch an diese schwierige Zeit. Trotzdem bekam sie mit, wie schlecht es anderen Patienten ging. Die totkranken Kinder, die oft alleine waren, taten ihr besonders leid. „So ist mir die Idee gekommen, selbst etwas zu tun.“ Aber was? Und an dieser Stelle der Geschichte kommt unverhofft die Sängerin Andrea Berg ins Spiel.

Als Marina van Asch wieder in Deutschland war, merkte sie, dass Lieder von Andrea Berg etwas in ihr auslösten, wann immer sie diese zufällig hörte. Da sie kein Fan war, konnte sie sich nicht erklären, warum ausgerechnet diese Musik sie so berührte. Bis sie durch Nachforschungen herausfand, dass die amerikanische Krankenschwester in Texas ihr im Koma Lieder der deutschen Schlagersängerin über Kopfhörer vorgespielt hatte.

Andrea Bergs Engagement als Vorbild „Ich konnte mich nicht daran erinnern. Aber so bekam die Musik eine ganz besondere Bedeutung für mich. Deshalb habe ich meinen Urlaub sogar in dem Andrea-Berg-Hotel ,Sonnenhof‘ in Kleinaspach verbracht und sie dort auch persönlich getroffen“, erklärt van Asch, wie sie von der Komapatientin zum Andrea-Berg-Fan wurde. In dem Urlaub bei ihrem Idol erfuhr sie schließlich auch, dass sich die Sängerin für Kinderhospize engagiert. „Das hat mich beeindruckt. Deshalb habe ich begonnen, Benefiz-Verkaufsstände zu organisieren, um so Geld zu sammeln“, sagt das VdK-Mitglied.

Marina van Asch (links) organisiert gemeinsam mit Helfern ehrenamtlich Benefiz-Verkaufsstände, um Spenden für Kinder zu sammeln. | © Privat/van Asch

Mittlerweile hat sie zehn Mitstreiter um sich geschart, die drei Mal im Jahr ehrenamtlich mit ihr Waffeln, Bastelarbeiten und Getränke verkaufen. Im vergangenen Jahr wurden die Einnahmen unter anderem einem Kinderhospiz in Krefeld gespendet. Nachdem van Asch in der VdK-Zeitung von dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-­Bunds (ASB) Rheinland-Pfalz gelesen hat, gingen die Einnahmen des ersten Benefiz-Verkaufsstands dieses Jahres an den ASB. Eine zweite Benefiz-Verkaufsaktion fand im Mai statt. Danach musste sich Marina van Asch dann aber erst Mal um sich selbst kümmern.

Denn nach einer kurzen Phase der Heilung kam 2001 die Leukämie und mit ihr die ständigen Therapien zurück. Seit drei Monaten hat sie einen Tumor im Fuß, der die Knochen angreift. Eine neue Chemotherapie steht an. Und wo könnte sie besser Kräfte für die Behandlung sammeln als in der Nähe ihrer Lieblingssängerin. Deshalb reiste sie wieder in das Andrea-Berg-­Hotel und kam auch gleich mit einer Idee für den nächsten Benefiz-Verkaufsstand im September zurück. „Mein größter Wunsch ist es, so vielen Menschen wie möglich zu helfen“, sagt Marina van Asch entschlossen.

Katie Göttlinger
Quelle: https://www.vdk.de/rheinland-pfalz/pages/73466/mit_andrea_berg_im_ohr_aus_dem_koma?do=print 

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